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From: Bote vom Untermain, Miltenberg. A review of our gig at Beavers on March 3, 2011
Miltenberg Als ein im musikalischen Sinne sehr wandlungsfähiges Chamäleon entpuppte sich der aus Goldbach stammende Musiker Markus Rill bei seinem Auftritt im Miltenberger Beavers am Donnerstagabend. Das sehr gut besuchte Konzert bot viele verschiedene Stimmungen.Obwohl Reminiszenzen an Country von urtypisch amerikanischer Prägung ein immer wieder kehrendes Element waren - Rill darauf zu reduzieren ist aufgrund der großen stilistischen Bandbreite, die er und seine Band The Troublemakers bieten, kaum möglich. Was Rill hoch anzurechnen ist - er versucht nicht nur wie so viele andere auf »Teufel komm raus« nach »made in USA« zu klingen - er klingt einfach so.
Dabei stehen ihm und seinen Bandkollegen ruhige Stücke, geprägt von Mandoline und erhabenen Slideguitar-Einlagen genauso gut zu Gesicht wie rockige Nummern, die positiv und energetisch wirken. Wenn bei solch getragenen Perlen wie dem atmosphärischen »Fast Forward« Mandoline, Bass und fragiles Schlagzeugspiel sich mit Rills Akustikgitarre und seinem leicht rauchigem Gesang zu einem Gesamtkunstwerk vereinen, dann entstehen große Momente, die auch stets vom Publikum entsprechend durch langen Applaus gewürdigt wurden.
Während solch denkwürdiger Lieder schienen die Gäste deren Essenz voll und ganz in sich aufzunehmen. Was Rill und seine Mitstreiter hervorragend hinbekamen war der dramaturgische Verlauf des Konzerts. Nach Ruhe folgte Rock, nach Melancholie kam gute Laune. Egal, in welchem Bereich sich die Akteure auf der Bühne gerade wiederfanden, verloren, austobten - sauber getimtes Zusammenspiel und mitunter mehrstimmige, majestätische Refrains zeugten von musikalischer Klasse.
Jedes Instrument hatte seinen Platz und diente dem jeweiligen Song. Da brachte die Mandoline interessante und markante Melodien ein, da sorgten versiert gespielte und akzentuiert eingesetzte Rhythmen für Aha-Erlebnisse. Immer hatte man das Gefühl, nichts sei zu wenig, nichts zu viel. Das Schlagzeug preschte stellenweise unnachgiebig stampfend und mit bewusst einfach angelegten Figuren nach vorne, ein anderes Mal spielte es durch versierte, vielschichtige und von Fills durchzogenen Abschnitten seine volle Eleganz aus.
Ein zusätzliches Plus war, dass die Band es tatsächlich schaffte, immer dann, wenn das Maximum erreicht schien, wieder und wieder eine Schippe drauf zu legen. Da wurde es in einigen Songs dann noch leiser und ruhiger als gewohnt, in anderen noch rockiger als bisher gehört. Country, Blues, Rock, alles schien dabei irgendwie grenzenlos. Ein cleverer Schachzug war es dann letztendlich auch, die rockigsten Stücke des Abends gegen Ende des Konzerts zu bringen - eine Strategie, die sich wohl so manche Formation abschauen könnte und sollte, war doch das Mitklatsch-Potenzial somit auch noch zu fortgeschrittener Stunde am größten.
Die lautstark geforderte Zugabe gaben Rill und die Troublemakers nach rund zwei Stunden gerne. Dabei gaben sie das, was das Konzert einmalig werden ließ - nämlich das Wechselbad an Emotionen - nochmals in gestraffter Form innerhalb weniger Bonus-Stücke wieder, bei denen am Ende sogar das Publikum mitsang. Strategisch besser kann ein Konzert nicht gestaltet werden, zumal die Musik jenseits aller Genre- und Geschmacksgrenzen alle Anwesenden emotional berührte. mab